Professionelles Forderungsmanagement
28. Juli 2006
Immer mehr Unternehmen reagieren sensibel wenn es um ihr Geld geht. Sie setzen auf ein professionelles Forderungsmanagement.
Sinkende Zahlungsmoral, Privatkonkurse, Insolvenzen – die Zahl der zahlungsunfähigen und zahlungsunwilligen Kunden steigt und damit die Angst vor kompletten Forderungsausfällen. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass uneingebrachte Forderungen bereits im Schnitt einen Umsatzverlust von 3,8 Prozent verursachen. Vor allem Branchen wie Gesundheit (mit 9,6 Prozent) und Medien (mit 7,9 Prozent) sind davon besonders betroffen. Ausnahmen bilden die Branchen Telekommunikation und Geld, Kredit & Versicherungen – sie verzeichnen mit jeweils 2,1 Prozent die geringsten Ausfälle. Was die zukünftige Entwicklung betrifft – hier sind die Meinungen quer durch alle Branchen pessimistisch: Mehr als die Hälfte schätzen, dass die Verluste aus offenen Forderungen steigen werden, rund 40 Prozent rechnen mit keiner Veränderung der gegenwärtigen Situation, nur ein Rest von 3 Prozent sieht eine Verbesserung, so die Studienergebnisse.
Geld erst nach 6 Wochen auf dem Konto
Aber selbst wenn das Geld kommt, dann in den meisten Fällen zu spät. Dieser Zahlungsverzug bereitet vielen Unternehmen Kopfzerbrechen: Laut Erhebung sollten ausständige Forderungen im Schnitt nach rund 24 Tagen auf das Konto des Gläubigers eingehen. Tatsächlich dauert es 17 Tage länger, bis das Geld überwiesen wird. Das Resümee: Im Schnitt werden Rechnungen erst nach 41 Tagen – also nach knapp 6 Wochen – beglichen.
Auslagerung immer gefragter
Vielen Unternehmen ist bewusst, um erfolgreich wirtschaften zu können, ist ein organisiertes Forderungsmanagement erforderlich. Stellt sich die Frage, ob die ausständigen Gelder selbst eingemahnt oder Inkasso-
unternehmen mit dieser Aufgabe betraut werden – darüber gibt es laut Studie unterschiedliche Ansichten: Bereits mehr als die Hälfte der österreichischen Unternehmen (65 Prozent) betrauen externe Spezialisten mit der Einbringung ihrer Außenstände – vor allem Branchen wie Telekommunikation, Handel und Gewerbe. Und ein Trend in diese Richtung ist zu erkennen: Rund ein Drittel plant, zukünftig verstärkt auf das Know-how der Inkassounternehmen zu setzen.
Früher übergeben – Zeit und Kosten sparen
Für eine schnelle und erfolgreiche Einbringung ist aber vor allem eines wichtig: der Zeitpunkt der Übergabe. Die Studie zeigt, dass viele im Schnitt erst ab der dritten Mahnstufe ein Inkassounternehmen einschalten. Viel Zeit und Kosten könnten jedoch eingespart werden, wenn gleich nach Fälligkeit der Geldbeträge die Außenstände übergeben werden. Wichtig: Im Gesetz gibt es keine Regelung hinsichtlich Zeitpunkt der Übergabe. Es gilt daher: Je früher, desto besser.





















